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Warum Astro das Framework für deinen Start als Vibe Coder ist

Alex · · Astro · 11 Min. Lesezeit · 0 Kommentare ·
Feature Image zum Astro Framework

Du willst Websites bauen. Vielleicht für Kunden, vielleicht für dich. Vielleicht weißt du noch nicht genau, wie weit das gehen soll — aber der Gedanke ist da. Du hast von Vibe Coding gehört, du hast mit KI-Tools rumgespielt, und jetzt stellst du dir die Frage, die sich alle stellen: Was nehme ich eigentlich?

WordPress? Webflow? Irgendwas mit React?

Ich beschäftige mich seit Jahren mit Webentwicklung und Webdesign, habe viele Frameworks kommen und gehen sehen, und baue meine eigenen Projekte — darunter alexkorezki.de — mit Astro. Nicht weil es das einzige Tool ist, das funktioniert. Sondern weil es für genau diesen Use Case das richtige ist. Lass mich dir erklären warum — bevor du drei Wochen in die falsche Richtung läufst.

Das alte Spiel kennt jeder

WordPress läuft auf 43% aller Websites. Das ist keine kleine Zahl, und niemand bestreitet, dass das System mächtig ist. Plugins für alles, Themes für alles, WooCommerce, Memberships, Foren — du bekommst buchstäblich jeden Use Case abgedeckt.

Aber du bekommst auch alles, was dazu gehört.

2024 wurden 7.966 neue Sicherheitslücken im WordPress-Ökosystem gefunden. Im Jahr 2025 waren es bereits 11.334 — ein Anstieg von 42% in einem einzigen Jahr. 96% davon stecken in Plugins. Nicht im Core, in den Plugins. Den Dingern, die du installierst, weil du einen Slider oder ein Kontaktformular brauchst.

Das bedeutet: Wer heute eine WordPress-Site betreibt, betreibt damit ein permanentes Wartungsprojekt. Updates, Backups, Sicherheits-Scans, Plugin-Konflikte. Und das nicht einmalig — das ist der Dauerzustand. Ein Kanzlei-Partner, der seine Kanzlei-Website von WordPress zu Astro migriert hat, bringt es auf den Punkt: „Ich mochte WordPress nach Jahren mit langsamen Ladezeiten, Plugin-Konflikten und Sicherheitsproblemen schlicht nicht mehr."

Joomla und Drupal sind nicht besser. Die Komplexität ist sogar noch höher, die Community kleiner, die Lernkurve steiler. Für eine Business-Site, ein Portfolio, eine Marketing-Seite ist das alles schlicht zu viel Verantwortung für den Gegenwert, den du bekommst.

Webflow, Framer, Wix: Schöner Käfig

Dann gibt es die andere Seite. Die visuellen Builder, die das Ganze "einfacher" machen sollen. Webflow ist brillant — wirklich. Framer sieht aus wie Figma kann direkt deployen. Wix ist für jeden zugänglich. Und für viele Projekte ist das absolut die richtige Wahl.

Aber da ist etwas, das dir niemand in der Marketing-Headline sagt.

Wenn du Webflow verlässt, exportiert dir das Tool statisches HTML, CSS und JavaScript. Klingt nach Freiheit. Ist es aber nicht: Dein CMS-Inhalt wird zu hartkodiertem Text. Formulare hören auf zu funktionieren. Animationen brechen. Du kannst gehen — aber den funktionierenden Teil kannst du nicht mitnehmen.

Ein Entwickler, der nach 80+ Webflow-Projekten gewechselt hat, beschreibt es so: Webflow hat revolutioniert, wie er Websites baut — aber nach der Zeit wurden bestimmte Grenzen unmöglich zu ignorieren.

Dazu kommen Preise, die sich summieren. Webflow fängt bei 18 Dollar pro Monat pro Site an. Framer bei 15. Monat für Monat, Site für Site — für Code, der dir nicht gehört und auf einer Infrastruktur läuft, über die du keine Kontrolle hast. Wenn Webflow morgen die Preise erhöht (was sie 2024 getan haben), bist du dabei.

Das ist kein Argument gegen diese Tools. Aber es ist ein Argument dafür, genau zu wissen, worauf du dich einlässt.

Astro: Der Sweet Spot, den du gesucht hast

Astro ist 2021 erschienen — gebaut von Fred Schott, der zuvor bereits Snowpack und Skypack entwickelt hatte und damit jahrelang an der Frage gearbeitet hat, wie moderne Web-Builds eigentlich aussehen sollten. Snowpack war sein erster Anlauf — ein Webpack-Konkurrent, der viele der Ideen vorwegnahm, die Vite dann besser umgesetzt hat. Als Vite erschien, hat Fred das offen anerkannt und Astro schon in einer der ersten Versionen (v0.21, Oktober 2021) von Snowpack auf Vite umgestellt. Diese Entscheidung war nicht selbstverständlich — er war Maintainer beider Projekte. Aber sie war richtig. Vite hat im State of JavaScript 2025 eine Zufriedenheitsrate von 98% und hat Webpack in der Beliebtheit fast überholt. Blitzschnelle Builds, sofortiges Hot Module Replacement, moderne Web-Standards. Das kriegst du als Astro-Nutzer von Anfang an mit, ohne darüber nachdenken zu müssen.

Darüber hinaus liefert Astro standardmäßig kein JavaScript an den Browser aus. Eine statische Seite bleibt statisch. Kein Framework-Overhead, kein Hydration-Theater. Wenn du Interaktivität brauchst, fügst du sie gezielt als "Island" hinzu — der Rest der Seite bleibt leichtgewichtiges HTML. Das ist der Grund warum Astro-Sites fast automatisch perfekte Lighthouse-Scores erzielen, ohne dass du groß daran schrauben musst.

Und das Wichtigste für den Einstieg: Wenn du HTML kannst, kannst du Astro. Die .astro-Dateien sind ein Superset von nativem HTML. Du schreibst was du kennst — und Astro macht daraus eine schnelle, deploybare Website.

Im State of JavaScript 2025 führt Astro die Meta-Framework-Kategorie bei der Zufriedenheit mit 39 Prozentpunkten Abstand vor Next.js an — das Survey beschreibt es als "dramatische Transformation von nahezu Unbekanntheit zum ernsthaften Konkurrenten". Von 500 GitHub-Sternen im ersten Jahr auf über 40.000 bis 2024. Im Netlify Developer Survey das am schnellsten wachsende Framework gleichzeitig in Nutzung und Zufriedenheit. IKEA, Unilever, Visa, NBC News, OpenAI — alle auf Astro.

Und im Januar 2026 hat Cloudflare das gesamte Core-Team übernommen. Cloudflare nutzt Astro seit Jahren selbst — Developer-Dokumentation, Workers-Site, Landing Pages. Das ist keine strategische Übernahme auf Verdacht, das ist ein Unternehmen das sein eigenes Werkzeug kauft, um es schneller weiterzuentwickeln. Astro bleibt MIT-lizenziert, open source, platform-agnostisch — hat aber jetzt eine Heimat, die nicht von Investor-Launen abhängt.

Astro 6: Was gerade passiert

Zeitgleich mit der Cloudflare-Übernahme erschien Astro 6 — inzwischen ist bereits 6.1 draußen.

Das zentrale Update betrifft den Dev-Server. Astro 6 upgradet auf Vite 7 und nutzt dabei Vites neues Environment API, um Entwicklung und Produktion auf denselben Codepfad zu bringen. Bisher liefen beide auf unterschiedlicher Basis — was bedeutete, dass Code lokal funktionieren konnte, aber nach dem Deploy Probleme machte. Das ist jetzt vorbei. Was du lokal siehst, ist was deployed wird.

Für Cloudflare Workers geht das noch einen Schritt weiter: Durable Objects, KV Storage, R2 — alles direkt lokal testbar, ohne Mocks. Kein Raten mehr was in Produktion passiert.

Daneben zwei Dinge die sich sofort bemerkbar machen: Ein experimenteller Rust-Compiler mit frühen Benchmarks von bis zu 2x schnellerem Rendering — und Content Security Policy jetzt als stabiles Feature eingebaut. Eine Zeile Config, und deine Site ist standardmäßig gegen Cross-Site-Scripting abgesichert. Kein manuelles Hash-Listen-Pflegen, kein Middleware-Gebastel.

Kurz zusammengefasst: Astro 6 ist nicht das Update das neue Features stapelt, sondern das Update das die Grundlagen festigt. Genau das, was du als Einsteiger oder Freelancer brauchst — weniger Überraschungen, mehr Verlässlichkeit.

Build Awesome (ehemals Eleventy): Für die, die noch weniger wollen

Astro ist nicht für jeden der richtige Startpunkt. Manche wollen noch weniger — kein Framework-Overhead, keine Meinungen, maximale Kontrolle. Für die gibt es Build Awesome.

Die Geschichte dahinter ist kurz erzählt: Zach Leatherman, der Schöpfer von Eleventy, hat Netlify verlassen und ist zu Font Awesome gewechselt. Font Awesome — die, die hinter den allgegenwärtigen Web-Icons stecken — haben Eleventy unter ihr Dach geholt und das Projekt weiterentwickelt. Eleventy v4 heißt jetzt offiziell Build Awesome — die Open-Source-Variante, MIT-lizenziert, kostenlos, wie immer. Daneben gibt es Build Awesome Pro, die Premium-Version mit zusätzlichen Workflow-Tools wie Patterns, Previews und Collaboration-Features.

Das klingt nach einer großen Veränderung. Ist es aber nicht, wenn man versteht was dahintersteckt. Font Awesome hat dasselbe Modell schon mit Web Awesome durchgezogen — Open Source bleibt Open Source, Pro finanziert die Weiterentwicklung. Zach Leatherman ist weiterhin derjenige, der das Projekt betreut. Die Community kann weiterhin alle existierenden Eleventy-Plugins nutzen, die Build-Befehle bleiben kompatibel. Einer aus der Community fasst es treffend zusammen: Für eine persönliche Site ändert sich nichts außer dass das Projekt, auf das man sich verlässt, jetzt mit größerer Wahrscheinlichkeit in fünf Jahren noch existiert.

Warum überhaupt noch erwähnen, wenn Astro so stark ist? Weil Build Awesome das radikalere Gegenstück bleibt. Kein eigenes Markup, das in deine Seiten injiziert wird. Keine Meinungen über deine Struktur. Maximale Kontrolle, minimaler Overhead. Jemand, der ein Wochenende damit verbracht hat, zwischen Astro und Eleventy zu wechseln — und am Ende bei Eleventy geblieben ist — beschreibt es so: „Eleventy ist einfacher als Astro. Es ist extrem schnell und gerade genug, um mich dahin zu bringen, wo ich sein muss. Ich bin ein Perfektionist und hasse langsame, unaufgeräumte Websites."

CloudCannon schrieb es mal treffend: In einer Welt von VC-finanzierten Corporate-Growth-Frameworks ist Eleventy das entschlossenste menschliche davon. Mit dem Font-Awesome-Move hat das Projekt jetzt endlich eine nachhaltige Basis — ohne VC, ohne Wachstumszwang.

Die Faustregel, die sich aus der Community herauskristallisiert: Kundenprojekte, Business Sites, Marketing-Seiten → Astro. Eigene Projekte, maximale Kontrolle, kein Overhead, du magst Tüfteln → Build Awesome.

Beide sind richtig. Beide sind besser als der Rest von dem, was du wahrscheinlich in Betracht ziehst.

Warum Astro der perfekte Einstieg für Vibe Coder ist

Hier wird's konkret. Vibe Coding funktioniert überall — aber es funktioniert am besten mit einer Codebasis, die so klar und lesbar ist, dass das KI-Tool sofort versteht was Sache ist. Und genau das ist Astro.

Fang mit einem einzigen Befehl an:

npm create astro@latest mein-projekt


Der interaktive Wizard fragt dich, was du willst — Blog, Portfolio, leeres Projekt. Er fragt dich auch ob du TypeScript oder JavaScript willst. TypeScript für alle, die von Anfang an typsichere Komponenten wollen und mit KI-Tools arbeiten, die von den Typ-Infos profitieren. JavaScript wenn du schnell und ohne Extra-Schicht loslegen willst — beides ist eine valide Wahl, beides läuft. Kein Webpack-Config-Chaos, kein stundenlanger Setup-Marathon. Danach Tailwind, TypeScript oder beides zusammen in einer Zeile:

npx astro add tailwind        # Tailwind dazu
npx astro add typescript      # TypeScript nachrüsten
npx astro add tailwind typescript  # beides auf einmal

Fertig. Das ist die komplette Einrichtung.

Warum Tailwind hier so gut passt: KI-Tools wie Cursor, Claude Code oder Windsurf kennen Tailwind in- und auswendig. Wenn du sagst „mach mir einen Hero-Bereich mit dunklem Hintergrund, weißer Überschrift und einem CTA-Button in Orange" — übersetzt das jedes dieser Tools direkt in saubere Tailwind-Klassen, die du verstehen und anpassen kannst. Kein Magic-CSS das du nicht nachvollziehen kannst.

Die Dateistruktur von Astro ist dabei dein bester Freund:

src/
  pages/       ← jede Datei hier = eine URL
  components/  ← wiederverwendbare Bausteine
  layouts/     ← deine Seitenrahmen
  content/     ← Markdown-Dateien für Blog & Co

Das versteht jedes KI-Tool sofort. Kein Framework-spezifisches Wissen nötig, keine versteckte Magie. Du sagst „erstell mir eine neue Seite unter /kontakt" — und die KI weiß exakt wohin die Datei gehört.

Obendrauf kommt der offizielle Astro MCP-Server. Wenn du mit Claude Code oder einem anderen MCP-kompatiblen Tool arbeitest, kann es direkt in der offiziellen Astro-Dokumentation suchen — in Echtzeit, während ihr zusammenarbeitet. Kein halluzinierter API-Quatsch, keine veralteten Stack-Overflow-Antworten.

Und dann sind da noch die Themes. Das Astro-Theme-Verzeichnis wächst schnell — fertige Starter für Portfolios, Business-Sites, Blogs, Dokumentationen. Du nimmst ein Theme, lädst es in Cursor oder Windsurf, sagst „bau das hier so um dass es wie mein Moodboard aussieht" — und hast in einem Nachmittag eine deployfertige Website. Das ist der Workflow.

Anton Sten, UX-Designer mit jahrelanger Erfahrung, dokumentiert genau das: Er startet in Figma, skizziert das Grundgerüst, wechselt dann zu VS Code mit Claude Code und arbeitet Komponente für Komponente durch — Newsletter-Signup, Callout-Sections, Button-Styles. Deploy: Astro, GitHub, Netlify. Keine monatlichen Gebühren, voller Code-Besitz. Wenn er einen neuen Blogpost veröffentlichen will, sagt er Claude, dass er es tun soll, und pushed zu GitHub.

Das ist kein Einzelfall. Das ist der Vibe-Coding-Workflow, der sich gerade durchsetzt — und Astro ist das Framework, das dafür gebaut ist.

Was du mitgenommen haben solltest

WordPress ist nicht schlecht. Webflow ist nicht schlecht. Wix ist nicht schlecht. Aber sie alle bringen Verantwortung mit, die du am Anfang nicht brauchst — und teilweise nie brauchst. Und sie alle nehmen dir etwas, das eigentlich selbstverständlich sein sollte: Kontrolle über deinen eigenen Code.

Astro gibt dir Code, der dir gehört. Einen Hosting-Anbieter, den du jederzeit wechseln kannst. Performance, die ohne Tuning funktioniert. Eine Lernkurve, die mit HTML beginnt. Ein Ecosystem, hinter dem jetzt Cloudflare steht. Und eine KI-Integration, die exakt für den Vibe-Coding-Workflow gebaut ist.

Ich nutze Astro für meine eigenen Projekte und empfehle es meinen Kunden — nicht als Dogma, sondern weil es für Business Sites, Portfolios und Marketing-Seiten schlicht das richtige Werkzeug ist. Wenn du Webdesign als Freelancer oder Vibe Coder ernst nimmst, ist das der Stack mit dem du anfangen solltest.

Und wenn du irgendwann merkst, dass du noch radikaler minimalistisch willst — kein eigenes Markup, keine Meinungen, maximale Kontrolle über jeden Output — dann schau dir Build Awesome an.

Du fängst nicht klein an. Du fängst richtig an.

Alex

Alex

Webentwickler & AI-Enthusiast. Baut Dinge, nennt sich Vibe Engineer, schreibt über Technik, Code und alles dazwischen.

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